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Der Männer-Coach: Das brauchen Kinder von ihren Vätern!

Dirk Schröder coacht Männer auf der Suche nach Berufung und Identität. Hier spricht er über die große Macht und Verantwortung des Vaterseins und warum es für jeden wichtig ist, Gottes Stimme zu hören.

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Dies ist der zweite Teil des Interviews. In Teil 1 spricht Dirk Schröder über seine größte Lebenskrise und wie es möglich war, gestärkt daraus hervorzugehen.

Was braucht es, um sich produktiv mit einer Krise auseinanderzusetzen?

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Dirk Schröder: Es hat mit der Härte des Herzens oder des Kopfes zu tun. Je härter das Herz ist, desto größer muss der Schmerz werden. Die Ärztin, bei der ich wegen meiner Lebenskrise in Therapie war, ist bekannt dafür, dass sie Alkoholiker wieder wegschickt, wenn sie nicht ernsthaft bereit sind, zu arbeiten. Dann sagt sie: „Saufen Sie mal noch ein Jahr und dann kommen Sie wieder, wenn Sie bereit sind.“ Man muss erstmal diese Bereitschaft haben: Ich geh da jetzt ran, ich will da ran!

Gott lässt das zu, was er hasst, um das hervorzubringen, was er liebt.

Muss diese Bereitschaft aus uns kommen, oder – wie bei Ihnen – als Anstoß von Gott? 

Je dichter ich an Gott dran bin, desto weniger groß muss die Krise werden. Bei weiter Entfernung kommen manchmal schon richtig krasse Stürme, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Jede Krise ist eine Chance. Ich werde von einem liebevollen Vater trainiert, der lässt das auf mich zukommen, damit ich stärker werde, damit ich tiefer an ihn rankomme. Neulich sagte eine Mutter, die einen Arm verloren hat: Gott lässt das zu, was er hasst, um das hervorzubringen, was er liebt. Dann ist es wichtig, nicht wegzulaufen und Gott mit dem „Warum“ anzuklagen, sondern zu fragen: Wozu? Was darf ich hier lernen, was will er hervorbringen? Dann jage ich einer Lösung, einer Entwicklung nach, statt in Anklage zu gehen.

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Sie sehen die Beziehung zum Vater für die Krisenbewältigung als ganz zentral. Können Sie das erläutern?

Egal, ob Christen oder Nichtchristen zu mir kommen – ob mit beruflichen Problemen oder mit Ehe-Problemen – meine Erfahrung zeigt: Es ist immer die Vater-Beziehung. Da gibt es zwei Kernfragen, die jeder Junge im Herzen hat: „Bin ich der geliebte Sohn?“ und „Habe ich es wirklich drauf?“ Die Fragen wollen beantwortet werden – was der irdische Vater hoffentlich getan hat. Wenn nicht, wird der Mann versuchen, das irgendwo, zum Beispiel im Beruf, über Leistung zu kompensieren und dort Anerkennung und Bestätigung zu finden. Wenn der irdische Vater das nicht beantwortet hat, dann müssen wir erkennen, dass wir diese Frage unserem himmlischen Vater stellen müssen. Und er beantwortet sie so gerne! Das ist eigentlich der größte Schlüssel, wenn wir Männer entdecken, was es heißt, mit dem liebenden Vater unterwegs zu sein. Für die meisten Männer ist das vollkommen neu. Auch, dass sie alles, was sie mit dem irdischen Vater erlebt haben, auf Gott übertragen, auf ihr Gottesbild. Das finde ich so faszinierend: Wenn da ein schweigender Vater war, ein ungerechter, gewalttätiger, dann haben sie nachher ein Problem und übertragen das auf Gott. Das müssen wir erst mal erkennen.

Ich muss die Stimme Gottes hören, sonst bin ich ohne Navigation.

Wie führen Sie die Männer dorthin?

Erst mal durch Vorleben. Du kannst Menschen nicht weiter führen, als du selber bist. Ich kann nicht schweigen von diesem wunderbaren Vater! Die Menschen beobachten, sie gucken die Ehe an, sie gucken die Kinder an, schauen: was macht der beruflich, wie ist der drauf? Das erste ist also nicht reden, sondern leben. So sind bei uns schon Leute zum Glauben gekommen, einfach dadurch, dass sie unser Leben angucken. Das zweite ist: den lebendigen Vater vorstellen. Einfach von ihm berichten, erzählen, wie ich mit ihm lebe. Ein Schlüssel ist immer die Stimme Gottes. Viele nennen sich Christen, aber wissen nicht, wie sie die Stimme Gottes hören. Dann setze ich mich mit den Leuten eine Viertelstunde hin, um seine Stimme zu hören, und dann fangen sie an zu Schreiben und sagen: So leicht ist das? Ja, Gott sagt, meine Schafe hören meine Stimme, das müssen wir nicht kompliziert oder religiös machen. Da haben sie so viele „Trojaner“ im System und sagen: „Ich höre die Stimme Gottes nicht, Gott redet nicht zu mir.“ So ein Quatsch, ich muss die Stimme Gottes hören, sonst bin ich ohne Navigation. Ich richte sie wieder aus und helfe beim Navigieren. Mein Norden muss Gottes Norden sein, sonst komme ich irgendwo in meinem Leben raus, wo ich nicht hinwollte. Dann kann ich aber nicht Gott anklagen, wenn ich mich vorher nicht mit ihm abgesprochen habe. Aber nie verdammen, nie anklagen, immer hoffen – das ist das Wichtigste!

Wie kommt es, dass so viele denken, sie können Gottes Stimme nicht hören?

Wir haben den Feind als Gegenspieler, einen Dieb, einen Lügner, einen Mörder von Anfang an. Die Intelligenz streitet gegen uns, dass wir Gott nicht wirklich erkennen und verstopft uns die Ohren mit Lügen, mit limitierenden Glaubenssätzen. Und wenn ich das glaube, dann hör ich Gott auch nicht. Es liegt immer an dir – was glaubst du über den Vater? Und da muss ich manchmal diese vernünftigen, erfolgreichen Männer nochmal aufknacken und sage ihnen: Hör mir mal auf mit deinen ganzen Erwachsenengerede! Jesus sagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“ Ganz einfach, wie ein Kind: Abba, lieber Vater, was wollen wir heute besprechen? Was bewegt dein Herz? Es geht um Gemeinschaft mit ihm, ich bin im Gespräch, im Austausch mit ihm und aus dem heraus klären sich meine Fragen. Das ist nicht Religion, sondern Freundschaft mit Gott.

Was würden Sie jemandem raten, der diese Freundschaft mit Gott gerade nicht hat?

Ich würde mit jemandem in Kontakt kommen, der das lebt, der Vorbild und Motivator ist, der wirklich vertraut und verliebt ist mit Gott und seine Stimme hört. Da würde ich andocken. Wenn es im eigenen Umfeld niemanden gibt, gibt es ja sowas wie Coaching und Medien. Dafür habe ich mein Buch, die DVD usw. produziert, um Menschen da mit hinein zu nehmen.

Ein Vater gibt Entweder Berufung und Identität und stärkt den Rücken des Kindes, oder er lässt das Kind in Unsicherheit.

Wie kann ein Vater seinen Kindern die eben genannten Herzensfragen beantworten?

Eben hatten wir ja die Fragen der Jungs. Die Fragen der Mädchen sind: „Bin ich liebenswert?“, „Wird jemand um und für mich kämpfen?“ Und: „Bin ich in der Lage, dauerhaft gute Beziehungen zu bauen?“ Jetzt ist es am Papa, diese Fragen zu beantworten: „Du bist mein geliebter Sohn und ich bin so stolz auf dich!“, oder bei den Mädels: „Du bist wunderschön, dein Kleid sieht so hammer aus!“ und „Ich bin so gern mit dir zusammen!“ und „Wer dich antastet, tastet meinen Augapfel an.“ Da steckt Autorität drin. Und so gibt ein Vater entweder Berufung und Identität und stärkt den Rücken des Kindes, oder er lässt das Kind in Unsicherheit. Wie zum Beispiel der schweigende Vater: Das ist Gewalt. Wir denken immer, Gewalt ist nur, wenn jemand schlägt – nein, auch Schweigen ist Gewalt, weil das Kind brutal verunsichert wird. Das wird es direkt auf Gott übertragen.

Ist es zu spät dafür, wenn die Kinder schon erwachsen sind?

Wenn wir wirklich an Gott glauben, gibt es nie ein „zu spät“. Aber: je früher, desto besser! Bei Gott gibt es keine Sackgassen, egal was schiefgelaufen ist. Bei Gott gibt es immer Hoffnung! Aber deswegen bin ich mit so einer Schärfe und Hartnäckigkeit dran, die Männer in ihren Stand zu rufen, damit sie die Chancen nutzen. Du hast Kinder zu Hause während Corona? Wow, was für eine Chance, sprich Wert und Identität aus, stärke ihnen den Rücken und connecte sie mit Gott! Auch abends die Zeiten, sie ins Bett bringen, mit den Kindern kuscheln, für sie beten. Das ist Papa-Time. Das darf sich kein Papa wegnehmen lassen. Mein Sohn ist so ein Gegenüber für mich geworden, die Saat ist echt aufgegangen. Viele Speaker draußen laufen rum und erzählen sonst was, auch frommen Kram. Ich sage: zeig mir mal, wie es deiner Frau und deinen Kinder geht, dann überlege ich, ob ich dir zuhöre oder nicht. Denn das ist dein engster Einflussbereich. Daran entscheidet sich, wie viel Autorität du hast. Nach außen hin kann man viel erzählen.

Väter, wendet euch an den Hersteller von Kindern!

Also brauchen wir Gott bei der Kindererziehung?

Es ist Gnade Gottes, nicht der eigene Verdienst. Natürlich, ich bin dicht am himmlischen Vater dran, frage ihn: Erklär mir, was braucht mein Kind? Ich habe einiges erlebt, in Krisen musste ich immer wieder zu Gott zurück und dann hat Gott mich erinnert, wie er in meiner wilden Zeit mit mir umgegangen ist. Ich war kriminell, nahm Drogen, das volle Programm. Als mein Sohn in einer schwierigen Zeit war und ich richtig sauer auf ihn, nahm Gott mich so liebevoll in den Arm. Und fragte mich: Dirk, wie bin ich damals mit dir umgegangen? Wie ist dein Vater mit dir umgegangen? Und mein Herz als Vater schmilzt voll Erbarmen für meinen Sohn, der mich eben noch zur Weißglut gebracht hat. Väter, wendet euch an den Hersteller von Kindern! Betriebsanleitung direkt vom Hersteller – was braucht mein Kind jetzt? Dann kommt Weisheit, Gott gibt sie so gerne! Diese Message muss raus in die Welt! Das ganze Dilemma, die ganze Krankheit der Welt, hat alles mit dieser Vaterschaftswunde zu tun. Mit der Unsicherheit: wer ist mein Vater und wo gehöre ich hin?

Wie kann „Mann“ da konkrete Schritte gehen?

Ich hatte damals die riesige Geschichte von der Versöhnung mit meinem eigenen Vater, als Gott mir gesagt hat: Bitte deinen nichtchristlichen Vater um seinen Segen! Vor 25 Jahren hat mein Vater mich gesegnet und mir einen Ring geschenkt. Ich habe einen vierseitigen Brief an ihn geschrieben, ihm gedankt, ihn geehrt und er – als Nichtchrist – hat mich gesegnet, für mich gebetet. Und dann sagte Gott: Und jetzt setz deine Kinder ein. Mit 16 haben meine Söhne ein Schwert bekommen, einen Brief von mir. Ich hab sie geehrt, ermutigt, meine Tochter hat einen Ring bekommen – meine Prinzessin, bald Königin. Über die letzten 20 Jahre hinweg, in denen ich davon rede, wurde so viel Segen des Vaters weitergegeben, durch diese Geschichten, einfach nur weil ich Gott wahrgenommen hab. Und damit hadere ich manchmal: Da sitzen Christen Jahrzehnte in Gemeinden, werden zugetextet und haben diese grundlegenden Themen nicht verstanden.

Wenn du Riesen töten willst, umgib dich mit Riesentötern!

Wie kann das mehr Raum in Gemeinden bekommen? 

Wie gesagt, ich kann Menschen nicht weiterführen, als ich selber bin. Der, der Input gibt, der führt, der leitet – wenn der nicht dicht an Gott dran ist und nicht befähigt ist, Stimme Gottes zu hören, nicht versteht, wie scharf geschossen wird, wie wunderbar der Vater wirklich ist und sich nicht vor Fallen wie Gesetzlichkeit, Kontrolle und so weiter hütet. Der kann die Menschen nicht weiter führen, als er selber ist. Den Männern sag ich immer: Wie Eisen Eisen schärft, schärft ein Mann den anderen. Du brauchst gute Freunde. Mit wem umgibst du dich? Du bist der Durchschnitt von den fünf Menschen, mit denen du am meisten Zeit verbringst. Wenn du Riesen töten willst, umgib dich mit Riesentötern!

Gibt es in diesem Jahr Projekte, auf die Sie sich besonders freuen?

Ja, einen persönlichen Traum. Ich bin seit Jahren so viele Wochen als Coach auf See, aber ich war noch nie mit meiner Familie zusammen auf einer Yacht. Weil es einfach zu teuer ist. Jetzt gehen die Kinder langsam aus dem Haus. Und da werden wir zum ersten Mal als ganze Familie gemeinsam auf einem Boot unterwegs sein, auf Sardinien.

Die Fragen stellte Liesa Dieckhoff, Redakteurin bei Jesus.de und MOVO.


Dirk Schröder (Foto: Steven Haberland)

Dirk Schröder coacht Männer auf Berufungssuche, in Führungsverantwortung und Ehepaare. Er hat drei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Eutin (www.dermaennercoach.de).

 

 

Das Interview wurde ursprünglich für das Männermagazin „MOVO“ geführt. MOVO wird vom SCM Bundes-Verlag herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

 

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