Verlag: SCM Hänssler
Seitenzahl: 368
ISBN: 978-3-7751-5957-9
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Yvette Manessis Corporon: „Das Wunder von Errikousa“

Ausgehend von dem antisemitisch-motivierten Attentat auf ihren Neffen und dessen Großvater, lässt die Journalistin und Tochter einer griechischen Einwandererfamilie den Leser tief eintauchen in ihre eigene Familiengeschichte. Sie berichtet von griechische Traditionen, der Zeit der Nazis und jahrhundertealtem Antisemitismus.

Nachdem sie sich für die alten Erzählungen ihrer Großmutter auch als junge Erwachsene nicht interessierte, machte sie sich lange Zeit nach deren Tod auf die Suche nach dem, was in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in Griechenland geschah. Mit Hilfe verschiedener Organisationen in den USA, Israels und Griechenlands gelang es ihr, die Geschehnisse zu rekonstruieren, Zeitzeugen und einige der nun abgedruckten Fotos halfen ihr dabei.

Anfangs ist es etwas schwierig, all den verschiedenen Namen und Geschichten zu folgen, da die Autorin nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt, sondern mehrmals zwischen den Zeiten und Schauplätzen hin- und herspringt. Doch nach und nach fügen sich die Teile ineinander und begonnene Geschichten werden zu Ende erzählt.

Parallel tun sich neue Themen auf, durch Menschen, die sie auf ihrer Suche kennenlernt: nicht nur der verschwiegene Holocaust, sondern auch der Völkermord in Ruanda oder religiös motivierte Anschläge aus den Tagesnachrichten… Sie trifft auf Menschen, die ihre Stimme erheben und über das Geschehene sprechen, die für die Problematik sensibilisieren wollen und sich um interreligiöse Aufklärung bemühen.

Yvette möchte mit ihrem Buch aber nicht auf die Gräueltaten schauen. Sie hat gemeinsam mit weiteren Frauen eine andere Sicht gewonnen, die sie in diesem Buch vermitteln will. Aus ihrer Frage heraus, „Wie können Menschen auch heute noch andere so hassen, nur weil sie Juden sind?“, entsteht ein neuer Gedanke: „Ich glaube, dass wir die nächste Generation nicht die Namen der Verbrecher (…) lehren sollten, sondern die Menschen hervorheben sollten, die die Zivilcourage und den Mut hatten, etwas Positives zu bewirken.“ Die Lektüre ermutigt, auch heute moralische Stärke zu zeigen, aufzustehen und nicht zu schweigen.

Auch die Motivation für solch ein verändertes Verhalten kommt immer wieder zur Sprache: der Glaube an Gott, der mit Barmherzigkeit, Freundlichkeit und Verständnis auf das Böse antwortet und hilft, dunkle Zeiten zu überstehen.

Von Birgit Graf

Leseprobe (PDF)

ZUSAMMENFASSUNG

Dieses Buch über Mut und Widerstand, indem es um Menschen anderer Herkunft oder anderen Glaubens geht, ist gerade in diesen Tagen wieder hochaktuell. Es möchte Hoffnung machen, insbesondere da, wo „sich die Geschichte heute auf tragische Weise wiederholt“ und aufzeigen, dass es andere Wege gibt, dem zu begegnen.

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