Verlag: SCM R.Brockhaus
Seitenzahl: 40
ISBN: 978-3-417-28904-6
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Susanne Ospelkaus: Auf Wiedersehen, Elias!

Wenn ein Mensch stirbt, ändert sich das Leben der Lebenden, brechen Fragen auf. Das gilt für Kinder vielleicht mehr als für Erwachsenen. Susanne Ospelkaus stand vor der Herausforderung, Tod und Ewigkeit ihren Kindern erklären zu müssen. Aus dieser Situation heraus entstand dieses Buch über die Libelle Elias.

Elias’ Geschichte ist zweigeteilt: Der erste Teil seines Lebens spielt im Wasser. Dort hatte er als Larve ein gutes, erfüllendes Leben voller Freude, Sinn und Leichtigkeit. Letztere wird jedoch durch eine Beobachtung und eine Frage gestört, das wie ein Hintergrundrauschen immer wieder dieses gute Leben durchbricht: Larven, auch die lieb gewonnenen, verschwinden, sind weg. Warum sind sie verschwunden? Und wohin? Aus diesen Fragen ergibt sich: Was ist dort oben, wo es kein Wasser geben soll, dort, wo das Licht ist?

Das erlebt Elias, denn auch seine Zeit als Larve ist begrenzt, er durchbricht die Wasseroberfläche Richtung Licht und ist nun eine Libelle. Sein Leben ist wunderbar, freudiger, farbenfroher als das als Larve. Dennoch vermisst er auch die anderen Larven, die er liebt, beobachtet sie und versucht Kontakt aufzunehmen, indem er mit seinen Flügel die Wasseroberfläche durchbrechen möchte. Das gelingt ihm nicht. Elias erhält keinen Kontakt.

Die Stärke des Buches ist die Teilung des Lebenszyklus in zwei voneinander unabhängige Welten, die als ganz natürlich und selbstverständlich dargestellt wird. Positiv anzumerken ist die Darstellung beider Lebenszyklen als sehr lebensfroh. Die Illustrationen wirken angemessen: freudige Farben in Pastelltönen.

Eine Schwäche scheint mir im Bild des Elias zu liegen, der die Wasseroberfläche zu durchbrechen versucht, um in Kontakt mit den zurückgeblieben Larven zu kommen. Hier könnte die Frage auftauchen, wie wir mit den Verstorbenen in Kontakt treten können, wenn diese versuchen, mit uns in Kontakt zu treten und dies nicht schaffen. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es für Kinder sehr wesentlich ist zu wissen, dass der geliebte Mensch nicht gehen, sondern bei ihm bleiben wollte, er aber gehen musste, dem Kind also keine Schuld trifft.

Es ist zu befürchten, dass durch dieses Bild ein neues Thema eröffnet wird: Sicherheit gewinnen durch Rückmeldung eines Verstorbenen. Dabei ist die Frage noch nicht gestellt worden, ob Gespräche mit Verstorbenen biblisch legitim sind und wenn ja, wie und wann. Hier wird deutlich: Das Buch ist eine Hilfe zum Gespräch über Tod und Ewigkeit mit Kindern, es ersetzt dieses nicht.

Von Björn Röhrer-Ertl

Leseprobe (PDF)

ZUSAMMENFASSUNG

Wer erwartet, Kindern Themen wie Leben, Tod und Ewigkeit durch das Vorlesen dieses Buches erklären zu können, wird enttäuscht. Wer einen eigenen, gefestigten Standpunkt und Vorstellung von Tod und Ewigkeit hat, idealerweise auf biblischer Grundlage, wie die Autorin sie versteht, wird eine sehr gute Hilfe für das Gespräch mit Kindern erhalten.

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